Gartenordnung

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Gartenordnung

1.0   Bauliche Anlagen

Unter baulichen Anlagen versteht man im Kleingartenwesen im Allgemeinen die

Gartenlaube. Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bau-

materialien hergestellte Anlagen. Eine Verbindung mit dem Erdboden besteht auch

dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Erdboden ruht oder auf

ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Ver-

wendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest genutzt zu werden.

In diesem Sinne gehören auch bestimmte Formen von Schwimmbecken, Trampolinen

und sonstigen Spielgeräten und Spielhäusern zu den baulichen Anlagen. Näheres

wird in den Baurichtlinien geregelt.

1.1  Antennen

Antennen für Fernseh-, Radio- und Funkempfang dürfen im Kleingarten nicht sicht-

bar montiert werden.

1.2  Zäune und Hecken

Zäune und Hecken zwischen den Parzellen sind nicht zwingend vorgeschrieben.

Falls Zäune oder Hecken errichtet oder gepflanzt werden, dürfen sie 1,20 m Höhe

nicht überschreiten. Diese Höhe gilt auch für Wegbegrenzungen. Eine Ausnahme-

regelung für ehemalige Außenhecken entfällt. Jeder Pächter ist für die Errichtung

bzw. Instandhaltung und Pflege des Gartenzaunes zu seinem im Norden angrenzenden

Nachbarn verantwortlich.

1.3  Flüssiggasanlagen

Die Gasanlage ist nach den gesetzlichen Vorschriften zu erstellen.

2.0  Abfallentsorgung

2.1  Pflanzliche Abfälle

Jede(r) Kleingärtner-/in ist verpflichtet, in seinem/ihrem Kleingarten einen Kompost-

platz einzurichten. Pflanzliche Abfälle sind dort zu verwerten. Der Kompostbildung

dienende Einrichtungen sind so anzulegen, dass niemand belästigt wird.

Reisig und Baumschnitt können gehäckselt in den Garten eingebracht oder auf den

Günabfallsammelplätzen entsorgt werden.

Nicht kompostierbare Abfälle sind nach der entsprechenden Satzung der Stadt Melle

zu behandeln.Für die ordnungsgemäße Beseitigung ist jeder Kleingärtner selbst

verantwortlich.

Das Verbrennen von Gartenabfällen u. a. Materialien ist unzulässig.

Vom Feuerbrand oder Monilia befallene Pflanzen sind fachgerecht zu entsorgen.

2.2  Sonstige Abfälle

Unrat und Gerümpel, z.B. Bauschutt, Metallreste, Holzreste, Autoreifen usw.

dürfen im Kleingarten nicht gelagert werden. Für die ordnungsgemäße Entsorgung

von Abfällen ist jeder Pächter selbst verantwortlich.

3.0  Gartennutzung

3.1  Kleingärtnerische Nutzung

Die kleingärtnerische Nutzung ist gekennzeichnet durch die nicht erwerbsmäßige

gärtnerische Nutzung und die Erholungsnutzung.

Die nicht erwerbsmäßige gärtnerische Nutzung umfasst die Erzeugung von Obst,

Gemüse und anderen Früchten durch Selbstarbeit des Kleingärtners oder den

Familienangehörigen. Wahlweise kann als kleingärtnerische Nutzung eine Wild-

wiese angelegt werden. Hierzu stellt der Verein regionaltypische Samenmischungen

kostenlos zur Verfügung. Die Fläche der Wildwiesen darf nur ca. 50 Prozent der

vorgesehenen Fläche zur kleingärtnerichen Nutzung sein.

Sie ist gekennzeichnet durch die Vielfalt der Gartenbauerzeugnisse, die teilweise

für mehrere Jahre angelegt wurde und dient überwiegend der Selbstversorgung

mit den gewonnenen Erzeugnissen.

Sie beinhaltet ebenso die Bepflanzung von Gartenflächen mit Zierbäumen, Blumen

oder Sträuchern sowie die Anlage von Rasenflächen.

Ein weiteres Element der kleingärtnerischen Nutzung ist die Nutzung des Kleingartens

zu Erholungszwecken. Um die Struktur des Kleingartens zu erhalten wird empfohlen,

eine Drittelteilung (bauliche Anlage, Ziergarten, Nutzgarten) einzuhalten. Der Anbau

einseitiger Kulturen sowie die ausschließliche Nutzung als Zier-/Freizeitgarten sind

nicht zulässig.

3.2  Pflanzung

Laub u. Nadelbäume sowie Koniferen hindern aufgrund ihres Wachstums die klein-

gärtnerische Nutzung . Sie gehören daher nicht in den Kleingarten und sind unzulässig.

Hochstämme von Süßkirschen und Walnussbäume behindern aufgrund ihrer Größe

die kleingärtnerische Nutzung. Die Anpflanzung ist daher unzulässig. Alte Bäume

unterliegen dem Bestandsschutz. Regelmäßiger, fachgerechter Baumschnitt ist Pflicht.

Fachkundig angebrachte Brutkästen sind erwünscht. Die Hochstämme dürfen die eigene kleingärtnerische Nutzung und die der Nachbarn nicht beeinträchtigen.

Bei der Obstbaumauswahl werden schwache bis mittelschwache Unterlagen

empfohlen.

Generell gilt für alle Anpflanzungen eine zulässige Höhe von maximal 3,5 m.

3.3  Grenzabstände für Bäume

Bäume und Sträucher, Kernobstbäume 1,50 m Grenzabstand

auf mittelstark wachsender Unterlage

sowie Steinobstbäume

Kernobstbäume auf schwach 1,00 m Grenzabstand

wachsender Unterlage

Brombeersträucher 1,00 m Grenzabstand

alle übrigen Beerenobststräucher 0,50 m Grenzabstand

stark wachsende Ziersträucher 1,00 m Grenzabstand

alle übrigen Ziersträucher 0,50 m Grenzabstand

Äste und Zweige dürfen nicht störend oder schädigend in benachbarte Gärten

hineinragen oder die Begehbarkeit der Wege einschränken.

3.4  Hecken

Hecken als Sicht- und Windschutz im Laubenbereich sollten 1,60 m Höhe

nicht überschreiten. Hecken als Einfriedung von Kleingartenanlagen sollten

eine maximale Höhe von 1,80 m wegen der Unfallgefahr beim Schneiden

nicht überschreiten. Hecken als äußere Begrenzung der Gartenparzelle

sollten die zulässige Grenzzaunhöhe von maximal 1,20 m nicht überschreiten.

Hecken aus Thuja, Wacholder u. ä. Gehölzen sind nicht erlaubt.

3.5  Pflanzenschutzmaßnahmen

Bei Pflanzenschutzmaßnahmen in Kleingärten ist grundsätzlich das Prinzip

des integrierten Pflanzenschutzes anzuwenden und dabei naturnahen

Bekämpfungsmaßnahmen und Kulturtechniken Vorrang einzuräumen. Bei der

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind die gesetzlichen Bestimmungen

des Pflanzenschutzgesetzes zu beachten. Alle Maßnahmen, die den Boden

belasten sowie Kulturpflanzen und Nützlinge bedrohen, sind zu vermeiden.

4.0  Anlagen

4.1  Bekanntmachungen

Jeder/jede Kleingärtner/in ist verpflichtet, die Aushänge des Vereins zu beachten.

4.2  Gemeinschaftsanlagen

Alle gemeinschaftlichen Einrichtungen und Anlagen sind von der Gemeinschaft

zu unterhalten.

Die Benutzung von Wegen, Parkplätzen oder Kinderspielplätzen und anderen

Gemeinschaftseinrichtungen erfolgt auf eigene Gefahr.

Alle der Gemeinschaft dienenden Anlagen und Einrichtungen, insbesondere die

Umfriedung der Kleingartenanlage, deren Tore, Wege, Gebäude, Lager- und

Sammelplätze sind pfleglich zu behandeln. Jeder Pächter ist verpflichtet, von ihm

oder Dritten an solchen Gemeinschaftsanlagen oder Einrichtungen verursachte

Schäden dem Verein zu melden und die Kosten der Behebung zu ersetzen.

4.3  Gemeinschaftsarbeit

Gemeinschaftsarbeit dient der Errichtung, Ausgestaltung, Unterhaltung und Pflege

der Gemeinschaftsanlagen und des Vereinseigentums.

Zu Gemeinschaftsleistungen werden alle Pächter/innen herangezogen.

Der/die Pächter/in ist verpflichtet, die vom Verein beschlossenen Gemeinschafts-

leistungen selbst zu erbringen.

Beteiligt sich der/die Pächter/in nicht an Gemeinschaftsleistungen, so ist der

Verein berechtigt, einen Betrag zu erheben, dessen Höhe durch Beschluss der

Mitgliederversammlung des Kleingärtnervereins festgelegt wurde.

Auf Antrag kann der Vorstand in besonders gelagerten Fällen Ausnahmen von den

Bestimmungen der vorstehenden Absätze zulassen.

5.0  Gemeinschaftsleben

Der/die Kleingärtner/in und seine/ihre Angehörigen sowie Gäste sind verpflichtet,

alles zu vermeiden, was die Ruhe, Ordnung und Sicherheit sowie das Gemeinschafts-

leben in der Kleingartenanlage stört oder beeinträchtigt. Deshalb sind vor allem

verboten: lautes Musizieren, das laute Abspielen von Fernseh-, Rundfunk- oder

Musikgeräten, das Mitbringen und der Gebrauch von Schusswaffen, Lärmen sowie

dem Frieden der Kleingartenanlage abträgliche Handlungen. Spielende Kinder und die

damit verbundenen Geräuschentwicklungen sind zu tolerieren.

Ruhezeiten sind von allen Kleingärtnern/innen einzuhalten. An Werktagen montags bis

freitags ab 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr, sowie an allen Sonn- und Feiertagen. Samstags

beginnt die Ruhezeit um 17.00 Uhr.

5.1  Öffnungszeiten

Grundsätzlich ist die Kleingartenanlage für den öffentlichen Fußgängerverkehr

tagsüber offen zu halten, ausgenommen hiervon sind die Wintermonate von November

bis Ende Februar.

Es ist sicherzustellen, dass Rettungsfahrzeugen (Notarzt und Feuerwehr) bei Not-

einsätzen die ungehinderte Zufahrt zur Anlage möglich ist.

5.2  Tierhaltung

Tierhaltung ist im Kleingarten verboten. Ausnahmen bedürfen einer besonderen

Genehmigung.

Das Aufstellen von Bienenstöcken ist genehmigungspflichtig.

Hunde sind auf den Wegen der Gartenanlage angeleint und ggf. mit Maulkorb

zu führen. Anfallender Hundekot ist unverzüglich durch den Tierhalter zu entfernen.

5.3  Veränderung von Anlagen und Einrichtungen

Jede eigenmächtige Veränderung von Anlagen und Einrichtungen, die der

Öffentlichkeit zugänglich sind, insbesondere das eigenmächtige Zurückschneiden der

Anpflanzungen an öffentlichen Wegen, ist untersagt. Hiervon ausgenommen ist der

Pflegeschnitt der Gehölze vor den einzelnen Kleingärten.

5.4  Wegenutzung und Unterhaltung

Das Befahren der Wege in der Kleingartenanlage mit Kraftfahrzeugen aller Art ist nicht

erlaubt. In besonderen Fällen kann der Vorstand Ausnahmen gestatten.

Die Wege der Kleingartenanlage sind von den Pächtern der jeweils angrenzenden

Gärten bis zur Mitte des Weges in Ordnung zu halten.

Die Pflege und Unterhaltung des Begleitgrüns an den Wegen einschließlich vorhandener

Hecken obliegt den Pächtern der angrenzenden Gärten, soweit keine andere Regelung

besteht.

5.5  Die dauerhafte Inanspruchnahme des Kleingartens oder der Laube zu

Wohnzwecken ist untersagt.

6.0  Anhang

6.1  Die Gartenordnung ist Teil des Unterpachtvertrages

6.2 Verhältnis zu anderen Bestimmungen

Bestandteile dieser Gartenordnung sind:

a) Bundesnaturschutzgesetz

b) Bundeskleingartengesetz

c) Bundesimmissionsschutzgesetz

d) Niedersächsisches Wasserhaushaltsgesetz

e) Baurichtlinie, angelehnt an die Baurichtlinie des Bezirksverbandes Osnabrück

f) Pachtvertrag (inkl. der Nachträge)mit der Stadt Melle

g) Satzung und Beschlüsse des Vereins.

Melle, den 01.05.2021